Anschaulich entschleunigt

© Foto  von Thomas Grube

tOM Sonnentrommler‘s Beruf ist Entschleuniger: Ein Experte, um hektische Zeiten entschleunigend auf ein natürliches Maß einzustimmen. Dafür lässt er vor allem seine Werke als Musiker und bildender Künstler wirken und wie kaum sonst jemand dokumentiert er seine Aktionen äußerst detailliert. Auch dabei ist sein Geheimnis — selbstverständlich — die Entschleunigung. Nichts wird übers Knie gebrochen, kein “Hau raus”, wie sonst oft in Schnellschuß-Produktionen. Denn eigentlich ist es ganz einfach: Blumen erblühen von alleine; sie brauchen dafür nur die ihnen gemäße Dauer.

Sein Debütwerk war »Die Geburt der Sonnentrommel – Eine multimediale Reise aus dem heutigen Kammerton in die wirklichen Frequenzen unserer Welt«. Will heißen: Langsam runter vom derzeitigen Kammerton, dessen Frequenz in der westlichen Kultur immer höher wird, sprich: schneller. Heute hat er 440 Hz. Wobei die Frage aufkommt, was vorher da war, das Ei oder die Henne, der Kammerton oder die Hektik unserer Zeit. Die Sonnentrommel entschleunigt wieder auf das natürliche Maß unseres Heimatplaneten, beispielsweise auf den Ton seines Sonnenumlaufs, der einem Kammerton von 432,1 Hz entspricht.

Hektik kann den Nachteil haben, beim Sehen einiges zu übersehen, anstatt zu Schauen, um die Dinge zu überschauen. Genau dieser visuelle Aspekt der Wahrnehmung steht im Fokus der EntschleunigungsaktionSchauen ist Sonnentrommeln

tOM Sonnentrommler versteht den Begriff des  “Sonnentrommelns”  als »lebensphilosophische Grundhaltung, als Persönlichkeits- und Bewusstseinsarbeit: Wer “sonnentrommelt” geht einen inneren Weg – oder sucht diesen. Sonnentrommlerin oder Sonnentrommler zu sein, bedeutet in diesem Sinne ‘”sich (und die Welt) anzuschauen”, “sich (und die Welt) zu reflektieren” und an eben diesem persönlichen, inneren Weg zu arbeiten. Wie es im Film des Mutterprojektes heißt: “Denn jeder Einzelne ist die Welt”. «

Kern der aktuellen Aktion ist das TonbildprojekteinBlick • einKlang • einJetzt” – kontemplative Fotografie trifft kontemplative Musik” von tOM Sonnentrommler zusammen mit der Fotografin Angelika Thomé. Kontemplation trifft besonders beim Fotografieren den Nagel auf den…, nee, den Auslöser zur rechten Zeit am rechten Ort, denn “contemplare” ist lateinisch und bedeutet “anschauen”.

Muße kann der Kontemplation dienlich sein. Und auch dem Kennenlernen dieser umfangreichen Aktion, darum meine empfehlende Ansage in die Flüstertüte: Bleiben Sie stehen, hier gibt es was zum Schauen. Entschleunige Dich!


 

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