Alles schwingt

WasserwellenDu und ich sind so viel ununterbrochen
mit dem körperlichen Universum, wie eine
Welle mit dem Ozean ununterbrochen ist.
Alan Watts




Im ganzen Universum und allem was darin enthalten ist, lassen sich Schwingungen beobachten. Das Phänomen Schwingung ist wie ein roter Faden, der alles  Existierende durchdringt und miteinander verbindet.

Diese und jene in der Welt  – in der Gesamtheit alles Seienden -  enthaltenen Existenzen als völlig unabhängig voneinander zu wähnen, ist eine Täuschung. Die Illusion eines vom Gegenüber abgekapselten “Ich” kann zur Folge haben, das ich aus Groll jemanden ein Leid zufüge. Nicht zuletzt haben auch Kriege und sonstige Dilemma in dieser Illusion ihre Ursache. Alle unsere menschlichen Probleme lassen sich auf ein einziges zurückführen:   Wir denken und handeln auf Grund von Erkenntnissen, erkennen dabei aber nicht, was Erkenntnis bedeutet. In den uralten indischen Upanishaden steht: “Wenn man erkennt, dann redet man die Wahrheit. Nicht redet ein Nichterkennender die Wahrheit. Das Erkennen ist es aber, das man [ erst ]  zu erkennen trachten muss
(Chandogya-Upanishad 7.17).

Die Ursache für das vielleicht menschlichste, zu allem Leid führende Manko wurde bereits in einem der  ältesten Schriftwerke,  im Tao Te King von Lao Tse angedeutet: “Das Tao das genannt wird, ist nicht das ewige Tao“, was ich in etwa so verstehe: Der Name und das was benannt wird ist nicht das Selbe, er ist nur ein relativ oberflächliches Symbol davon  – beispielsweise von dem besagten “Ich”. Der Name versinnbildlicht lediglich etwas: Ein Ganzes, das aus Teilen besteht,  das gleichzeitig aber auch ein Teil von einem “höheren” Ganzen ist. Zum Beispiel ist eine aus Atomen bestehende Zelle ein Ganzes, das selbst wiederum Teil eines Organs ist – welches Teil eines Lebewesens ist – das wiederum zur Biosphäre unseres Planeten gehört.  Arthur Koestler und Ken Wilber verwenden für dieses “Ganzes/Teil”  den Begriff Holon (von griech. hólos und on = Ganzes Seiendes).

Ein Klang ist solch ein Holon: Er besteht aus Tönen und ist Teil der Musik. Und damit kommen wir wieder zu den Schwingungen, durch deren spezifischen Eigenschaften universelle Zusammenhänge offenbar werden. Um diese zu ergründen, lautet die wesentliche Frage daher: Was ist eine Schwingung?

WasserwellenGrundsätzlich sind Schwingungen periodische Ereignisse, sich stetig wiederholende Zyklen. Aus der Wikipedia stammt die Formulierung: “Als Schwingungen oder Oszillationen werden wiederholte, zeitliche Änderungen von Zustandsgrößen eines Systems bezeichnet.” Das Bild einer Schwingung ist die Welle. Diese wird durch ihr Verhalten erkannt. Wir nehmen Wasserwellen wahr, wenn wir das Auf und Ab einer Wasseroberfläche sehen und auf einem Blick (ohne darüber nachzudenken) die rhythmischen Abstände von Wellenberg zu Wellenberg vergleichen. Erkennen und Wahrnehmen bedingen einander wie zwei Seiten einer Münze. Eine Schwingung wird wahrgenommen durch das Erkennen ihres Verhalten – durch Vergleichen und Erkennen der Schwingungsverhältnisse.

Natürlich können Schwingungen einfach nur gefühlsmäßig wahrgenommen werden, wie die Sympathie zu einer Person, die “auf gleicher Wellenlänge tickt” oder wie eine Musik, die mich begeistert und mein Tanzbein schwingen lässt. Um in das Innenleben messbarer Schwingungen einzudringen nutzen wir die präzise Sprache der Zahlen. Gemessen wird entweder die Dauer eines Schwingungszyklusses oder es werden umgekehrt die Schwingungsperioden pro Zeiteinheit gezählt. Ein Beispiel:  Innerhalb der Periode eines Sonnenumlaufs der Erde  in einem Jahre finden rund 365 1/4  Perioden täglicher Erdrotationen statt. Der Fachbegriff für die Häufigkeit periodischer Ereignisse ist Frequenz (von lat. frequentia = Häufigkeit).  Je länger ein Zyklus dauert, umso geringer ist dessen Frequenz.

Das Spektrum aller Schwingungen reicht von den langzeitlichen astronomischen Zyklen bis zu den nanozeitlichen Lichtschwingungen und darüber hinaus. Die langen Perioden der Weltraumzyklen haben die niedrigsten Frequenzen. Zum Beispiel die Rotation der Erde um die eigene Achse einmal pro Tag,  oder der jährliche Erde-Sonnenumlauf oder die Jahrmillionen währenden Galaxiebewegungen.

An dieser Stelle wird manchmal gemeint, der Erde-Sonnenumlauf sei eine Kreisbewegung und keine Schwingung. Da die Sonne  – wie alle anderen Weltraumkörper – nirgendwo fixiert ist, sondern selbst  ihre Bahn zieht, gleicht der Erdumlauf eher einer korkenzieherförmigen Wellenbewegung. Nur wenn im Weltraum die Sonne auf einem zugeflogen kommt, sieht die Erdbahn kreisförmig aus, nunja, eigentlich elipsenförmig. Jedenfalls sind auch Kreisbewegungen “wiederholte, zeitliche Änderungen von Zustandsgrößen eines Systems”.

Wieder zu den Frequenzbereichen, für deren Wahrnehmung das Leben im Laufe der Evolution verschiedene Sinnesorgane entwickelt hat. Schneller als die Weltraumzyklen sind  die Rhythmen um den Bereich einer Sekunde, wie die Puls- oder Herzfrequenz, die Atmung , die Pendelbewegungen oder das Tempo der Musik und der Tanzbewegungen. Noch schneller sind die Schwingungen der hörbaren Töne, von den tiefen Bassfrequenzen ab etwa 20 Schwingungen pro Sekunde bis hin zu den höchsten, menschlich hörbaren Tönen von bis zu 20.000 Hertz. Hertz ist die Maßeinheit für die Anzahl von “Schwingungen pro Sekunde”. Extrem hochfrequent – mit um die 380 bis 760 Billionen Hertz – ist das sichtbare Schwingungsspektrum, die Farben des Lichtes.


GEWUSST WIE  – Schwingende Welt
1. Alles schwingt (dieser Artikel))
2. Oktave: Halbierung Verdoppelung
3. Resonieren und mitschwingen
4. Die Kosmische Oktave
5. Wir sind die Erde
6. Unser Erdenleben
7. Die Erdrotation
8. Der Erde-Sonnenumlauf
9. Das Erdachsenkreisel
10. Mond Mozart Erotik Ostern

 

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